Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

KZ Natzweiler-Struthof
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
48.4566666666677.2538888888889coordinatesKoordinaten: 48° 27â€Č 24″ N, 7° 15â€Č 14″ O

Das KZ Natzweiler-Struthof, kurz KZ Natzweiler genannt, war ein von Mai 1941 bis September 1944cite-ref-natzweiler-eu-liste-1-0[1] bestehendes Konzentrationslager des nationalsozialistischen Deutschlands nahe dem Ort Natzweiler (französisch Natzwiller) im besetzten französischen Elsass. Es lag etwa 55 Kilometer sĂŒdwestlich von Straßburg, acht Kilometer vom Bahnhof Rothau entfernt, am Nordhang eines Vogesen-Gipfels auf etwa 750 bis 800 Metern Höhe.

Das KZ Natzweiler-Struthof war ein sogenanntes Straf- und Arbeitslager mit zahlreichen Außenlagern auf beiden Seiten des Rheins (siehe Liste der Außenlager). Der Verbund aus dem Stammlager in Natzweiler und seinen Außenlagern wird als KZ-Komplex Natzweiler bezeichnet.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3]

Als die Front der Alliierten heranrĂŒckte, wurden das Stammlager in Natzweiler und die Außenlager westlich des Rheins ab September 1944 evakuiert. Die HĂ€ftlinge aus diesen Lagern wurden in Konzentrationslager östlich des Rheins verlegt. Die Verwaltung des Stammlagers wurde in die NĂ€he von Mosbach verlegt – der Name „Natzweiler“ wurde beibehalten, obwohl das Lager in Natzweiler nicht mehr existierte. Östlich des Rheins wurden die meisten Außenlager noch bis April 1945 fortgefĂŒhrt.cite-ref-natzweiler-eu-liste-1-1[1]

Etwa 52.000 HĂ€ftlinge aus ĂŒber 30 Nationen in Europa wurden in das KZ Natzweiler und die angeschlossenen Außenlager deportiert. Etwa 17.000 HĂ€ftlinge starben, davon etwa 3000 im Stammlager in Natzweiler. Sie wurden ermordet, starben an Krankheiten, KĂ€lte und MangelernĂ€hrung oder an den Nachwirkungen der Haft.

Das ehemalige LagergelÀnde ist heute ein Ort des Gedenkens und der Erinnerung. 1960 wurde das Mémorial de la Déportation (Mahnmal der Deportation) von StaatsprÀsident Charles de Gaulle eingeweiht. 2005 wurde das Museum EuropÀisches Zentrum des deportierten WiderstandskÀmpfers eröffnet.

Contents

‱ Todesopfer
‱ In Paris
‱ Literatur
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Das Stammlager in Natzweiler

Entwicklung des Lagers

In den Jahren 1937/38 wurde das System der Konzentrationslager ausgebaut; damit sollte die bessere Ausnutzung der HĂ€ftlinge als ArbeitskrĂ€fte einhergehen. Um diese ArbeitskrĂ€fte nutzbar zu machen, grĂŒndete die SS eigene Wirtschaftsunternehmen. Darunter die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST), die den großen Baustoffbedarf fĂŒr die von den Nationalsozialisten angestrebten Monumentalbauten liefern sollte. Die DEST erwarb 1938 SteinbrĂŒche bei FlossenbĂŒrg, Mauthausen und Groß-Rosen, wo Konzentrationslager eingerichtet werden konnten. Albert Speer bekundete nach dem Westfeldzug anlĂ€sslich einer Besichtigungsfahrt durch das besetzte Elsass Interesse an dem seltenen roten Granitvorkommen in den nördlichen Vogesen und regte deren Abbau an. Die DEST wurde mit der Vorbereitung und DurchfĂŒhrung des Projekts beauftragt und der SS-ObersturmbannfĂŒhrer Karl Blumberg begann Anfang September 1940 vom Gasthof Le Struthof auf halber Höhe zwischen dem Dorf Natzweiler und dem Vogesengipfel Roche Louise Gesteinsproben zu entnehmen und einen geeigneten Standort fĂŒr das Konzentrationslager zu bestimmen.cite-ref-4[4] Im Auftrag von Speer, Himmler und Oswald Pohl, Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes, wurde dann beschlossen, in Natzweiler ein Konzentrationslager einzurichten. Der offizielle Name des Lagers in Dokumenten war „Natzweiler“ (benannt nach dem Dorf) und in Frankreich bildete sich nach dem Krieg die Bezeichnung „Le Struthof“ (nach dem Gasthof) heraus. In der Literatur findet sich hĂ€ufig die Bezeichnung „Natzweiler-Struthof“.cite-ref-5[5]

Am 1. Mai 1941 begann der Bau des Lagers Natzweiler-Struthof. Am 21. und 23. Mai kamen in zwei Transporten die ersten Deportierten aus dem KZ Sachsenhausen an. Im Jahr 1941 waren durchschnittlich 400 HÀftlinge in Natzweiler. Sie waren im Tanzsaal des Gasthofs Struthof untergebracht und sollten das Lager errichten.cite-ref-6[6] In diesem höchst unwirtlichen Klima hatten 900 Gefangene in einem Jahr das Lager zu errichten. Von den 900 HÀftlingen starben 330, weitere 300 wurden als Invaliden in das KZ Dachau geschafft.

Das gefĂŒrchtetste Kommando arbeitete im Steinbruch des KZ. Von den Insassen waren nur etwa 100 arbeitsfĂ€hig. Da dieses Kommando jedoch mindestens 200 Mann umfassen musste, wurden viele, die nicht mehr gehen konnten, in Schubkarren zur Zwangsarbeit gebracht. 60 % der HĂ€ftlinge wogen unter 50 Kilogramm.

Der erste Lagerarzt war der vom KZ Buchenwald dorthin beorderte Hans Eisele. Sein Nachfolger wurde der kaum weniger berĂŒchtigte SS-ObersturmfĂŒhrer Max Blancke.

Ab 1943 wurden WiderstandsverdĂ€chtige hauptsĂ€chlich aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Norwegen, die nach dem Nacht-und-Nebel-Erlass behandelt wurden, als sogenannte NN-HĂ€ftlinge nach Natzweiler gebracht, wo sie von der Außenwelt isoliert waren und ihr spurloses Verschwinden die Verwandten und die Bevölkerung einschĂŒchtern sollte. Diese HĂ€ftlinge wurden besonders hart behandelt. Nachweislich kamen 1454 NN-HĂ€ftlinge nach Natzweiler, plausibel sind nach Steegmann 2438 Gefangene.cite-ref-7[7]

Im selben Jahr musste sich die NS-Wirtschaft wegen der RĂŒckschlĂ€ge in Russland ganz auf Kriegsproduktion umstellen und der ArbeitskrĂ€ftemangel erforderte den Einsatz von KZ-HĂ€ftlingen zur Produktion von strategisch wichtigen Waffen und Treibstoff. Es entwickelte sich bis 1944 ein Komplex von siebzig Außenlagern im Elsass, dem Moselgebiet und östlich des Rheins. Die Zahl der HĂ€ftlinge vervielfachte sich und die verschlechterten Lebens- und Arbeitsbedingungen erhöhten die Zahl der Toten. Das Stammlager war im September 1944 hoffnungslos ĂŒberfĂŒllt und zwei Drittel der HĂ€ftlinge waren krank.cite-ref-8[8]

Lagerkommandanten

| Lagerkommandant | Zeitraum |
|---|---|
| Hans HĂŒttig | April 1941 – MĂ€rz 1942 |
| Egon Zill | Mai 1942 – September 1942 |
| Josef Kramer | Oktober 1942 – April 1944 |
| Friedrich Hartjenstein | Mai 1944 – Januar 1945 |
| Heinrich Schwarz | Februar 1945 – April 1945 |

Josef Kramer war von Anfang an im KZ Natzweiler tĂ€tig, zunĂ€chst als SchutzhaftlagerfĂŒhrer.

LagergefÀngnisse

Die HÀftlinge wurden immer wieder im lagereigenen GefÀngnis unter Druck gesetzt, es wurde dabei zwischen drei Inhaftierungsstufen unterschieden:

‱ Erste Stufe: In einem hellen Raum mit Tageslicht bei Wasser und Brot, bis zu zehn Tage, mit bis zu 18 anderen HĂ€ftlingen zusammen auf etwa 2 m × 3 m. Ein Eimer zur Verrichtung der Notdurft pro Zelle.
‱ Zweite Stufe: In einem dunklen Raum mit Tageslicht, bei Wasser und Brot als Nahrung, bis zu 42 Tage, nur alle vier Tage eine grĂ¶ĂŸere Mahlzeit, ansonsten Ă€hnliche Bedingungen wie bei Stufe eins.
‱ Stufe drei: Ein Gefangener wurde in eine von fĂŒnf kleinen Nischen gesperrt (Höhe etwa 1,50 m, Breite etwa 0,8 m, Tiefe etwa 1 m), in der er bis zu seiner Hinrichtung verharren musste. Es ist kein Gefangener des KZ bekannt, der diese Prozedur ĂŒberlebte. Es gab keine Möglichkeit, zur Toilette zu gehen, man konnte nicht stehen oder liegen. Vermutlich gab es wenig bis gar kein Essen. Wie alle RĂ€ume des Lagers war diese Nische im Sommer extrem heiß, im Winter erfror man schnell. Diese kleinen Kammern waren stockdunkel. UrsprĂŒnglich waren sie fĂŒr Heizungsanlagen vorgesehen, aber im KZ Natzweiler-Struthof war nie auch nur eine einzige Heizung in Betrieb.

Fluchtversuche

Ein HĂ€ftling grub wĂ€hrend der Arbeit im Steinbruch unbemerkt ein Loch in die Erde und bedeckte sich mit Gras, um nicht gesehen zu werden. Nachdem die anderen HĂ€ftlinge am Abend ins Lager zurĂŒck mussten, blieb er die ganze Nacht ĂŒber in seinem Versteck. TatsĂ€chlich war er der Flucht sehr nahe, denn am nĂ€chsten Morgen war noch nichts aufgefallen. Beim Morgenappell jedoch, der immer mit grĂ¶ĂŸter Sorgfalt abgehalten wurde, fehlte der Mann und Suchhunde wurden benutzt, um alle möglichen Aufenthaltsorte abzusuchen. Als die Suchhunde den „Ausbrecher“ stellten, wurde er festgenommen. Mit grausamen Bisswunden wurde er tagelang gefangen gehalten, bis er dann ausnahmsweise wieder im Lager arbeiten „durfte“ – normalerweise wurden Fluchtversuche mit dem Tod durch HĂ€ngen bestraft. Bei einem spĂ€teren Transport in ein anderes KZ gelang ihm ein erneuter Fluchtversuch.

Einer Gruppe von 5 MĂ€nnern gelang es, sich die Uniformen zweier Offiziere anzueignen, da sie teilweise in der WĂ€scherei arbeiteten. Mit einem Wagen konnten sie unbemerkt aus dem Lager entkommen, denn die Wachposten salutierten dem perfekt gekleideten „Kommandanten“. Da im Elsass die RĂ©sistance aktiv war, konnte der ehemalige HĂ€ftling innerhalb weniger Tage bis nach Algerien gelangen. Dort hatte er nichts mehr zu befĂŒrchten.

Todesopfer

Im Stammlager starben etwa 3000 HĂ€ftlinge.cite-ref-www-struthof-fr-das-kz-natzweiler-9-0[9] Bis zum 3. Februar 1943 wurden die TodesfĂ€lle im Zivilregister der Gemeinde Natzweiler eingetragen und die Leichen im Krematorium Straßburg-Robertsau eingeĂ€schert. Danach wurden die TodesfĂ€lle in einem lagerinternen Register vermerkt und blieben damit der Öffentlichkeit verborgen. Die Leichen wurden ab dann in einem provisorischen Krematorium vor Ort eingeĂ€schert. Am 22. Oktober 1943 war ein neues Krematorium mit einem Muffelofen der Firma Kori betriebsbereit.cite-ref-10[10] Viele Gefangene starben, weil sie bei kargen Mahlzeiten in den umliegenden SteinbrĂŒchen fĂŒr Speers geplante Monumentalbauten schwere Zwangsarbeit leisten mussten. DarĂŒber hinaus wurden Gefangene auf verschiedene Weise ermordet oder starben infolge von medizinischen „Experimenten“.

TodesfÀlle im KZ-Alltag

Ein Grund fĂŒr TodesfĂ€lle im Lager war der Hunger der unterernĂ€hrten HĂ€ftlinge. Er war so groß, dass die SchwĂ€chsten von Mitgefangenen erschlagen wurden, die sich so in den Besitz der kĂ€rglichen Tagesration der Toten brachten. Einmal wurden in einer einzigen Nacht 30 Mann erschlagen in das Revier eingeliefert.

Dass es auch unter den HĂ€ftlingen tödliche Menschenverachtung gab, die bis in den Krankenbau („Revier“ genannt) reichte, zeigt sich beispielhaft an dem Bericht eines Revierpflegers. Er wurde am 8. Juli 1942 Zeuge, wie sogenannte BVer (als kriminell eingestufte HĂ€ftlinge mit grĂŒnen Stoffdreiecken an der HĂ€ftlingsuniform) einen noch lebenden HĂ€ftling im Krematorium verbrannten:

„Im Korridor des Reviers standen sechs aus rohen Brettern zusammengenagelte Kisten ĂŒbereinander, die als SĂ€rge dienten. Aus den Fugen sickerte Blut. Im untersten Sarg war plötzlich ein Klopfen zu hören. Eine schwache Stimme wimmerte: ‚Macht auf, macht auf, ich lebe noch!’ [
] Die GrĂŒnen holten den Sarg hervor und öffneten ihn. Mit zerschlagenen Gliedern und verletztem Kopf starrte uns ein mit einem Toten zusammenliegender HĂ€ftling an. Ich wollte zugreifen, um ihn aus seiner fĂŒrchterlichen Lage zu befreien, wurde aber von den BVern sofort zur Seite gestoßen. Einige dumpfe SchlĂ€ge, dann war der Sarg wieder zugenagelt und kam in das Krematorium.“cite-ref-11[11]

Hinrichtungen

Im Lager wurden Hinrichtungen wegen irgendwelcher VerstĂ¶ĂŸe gegen die Lagerordnung exemplarisch als öffentliches Schauspiel vor allen Lagerinsassen inszeniert.

Daneben gab es Sonderexekutionen ohne gerichtliche Verurteilung an Menschen, die teils erst zur Exekution nach Natzweiler gebracht wurden und daher nicht zu den registrierten HĂ€ftlingen zĂ€hlten. Diese Taten wurden heimlich und unverzĂŒglich ausgefĂŒhrt und anschließend die Spuren beseitigt. Folgende generellen Opfergruppen gab es:

1. Sowjetische Kriegsgefangene und nach Deutschland verschleppte sowjetische Zwangsarbeiter (Ostarbeiter) nach der Aussonderungsrichtlinie Heydrichs.
2. Polnische Zwangsarbeiter aus politischen oder „rassischen“ GrĂŒnden.
3. ElsÀsser, Lothringer und weitere Franzosen sowie Luxemburger, die sich der deutschen Wehrpflicht (Malgré-nous) entziehen wollten oder dem Widerstand (Résistance) zugerechnet wurden.
4. Westalliierte MilitÀrangehörige, die bei geheimdienstlichen TÀtigkeiten entdeckt worden waren.cite-ref-12[12]

Bei Hinrichtungen wurden verschiedene Methoden angewendet: Genickschuss in eigens dafĂŒr gebauten RĂ€umlichkeiten mit Genickschussanlage, Vergiftung in der Gaskammer, letale Injektionen und HĂ€ngen. Beim HĂ€ngen gab es zwei Varianten: Bei geheimer Hinrichtung wurde die Person auf einen Schemel gestellt, der dann weggestoßen wurde. Das Genick brach und der Betroffene starb sofort. Bei öffentlichen Hinrichtungen, die speziell zur Abschreckung circa einmal im Monat stattfanden,cite-ref-memoire-13-0[13] mussten sich die Todeskandidaten auf eine FalltĂŒr stellen. Der Strick um den Hals wurde vorher bereits angezogen, so dass das Genick nicht brach. Die sich langsam öffnende TĂŒr verursachte dann einen Erstickungstod, der sich ĂŒber mehrere Minuten hinziehen konnte. Die Ermordeten wurden im Krematorium verbrannt.

Am 17. Februar 1943 wurden 13 MĂ€nner aus Ballersdorf und Umgebung erschossen. Sie waren zuvor von einem MilitĂ€rgericht in Straßburg zum Tode verurteilt worden, weil sie sich der Einberufung zur Wehrmacht bzw. der Deportation zur Zwangsarbeit durch die gemeinsame Flucht in die Schweiz zu entziehen versucht hatten.cite-ref-14[14]

Vier britische Funkerinnen, Mitglieder des britischen Geheimdienstes, wurden auf Anweisung des Reichssicherheitshauptamtes zur Tötung ins KZ Natzweiler-Struthof gebracht. Als Angehörige der Special Operations Executive (SOE) enttarnt, wurden sie am 6. Juli 1944 unter VortÀuschung einer Typhusimpfung mit Phenolinjektionen getötet.cite-ref-15[15]

Am 1. September 1944, kurz vor der RĂ€umung des KZ, wurden 106 Mitglieder der RĂ©sistance-Gruppe Alliance sowie 35 Mitglieder der GMA-Groupe Mobile d’Alsace-Vosges aus dem Sicherungslager Schirmeck-Vorbruck nach Natzweiler gebracht und dort durch GenickschĂŒsse oder den Strang ermordet.cite-ref-16[16]

Medizinische Experimente an HĂ€ftlingen

Professor August Hirt von der ReichsuniversitĂ€t Straßburg war GrĂŒndungsmitglied des Instituts fĂŒr wehrwissenschaftliche Zweckforschung der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe und machte Natzweiler zum medizinischen Experimentierfeld an Menschen. Ein Teil des Krankenreviers wurde als Versuchsstation reserviert und im Oktober 1942 begannen Hirt und der Luftwaffenarzt Karl Wimmer mit ersten Versuchen.cite-ref-17[17]

Beim ehemaligen Hotel Struthof gab es ein kleines HĂ€uschen fĂŒr BĂ€lle und Festessen. In diesem GebĂ€ude wurde eine kleine Gaskammer eingebaut. Sie war fĂŒr Forschungsprojekte nicht aber fĂŒr Massenvernichtung vorgesehen.cite-ref-18[18]

Hirt untersuchte mit Wimmer die Wirksamkeit von Acriflaviniumchlorid (Trypaflavin) gegen den chemischen Kampfstoff Senfgas (Yperit), indem er HĂ€ftlingen das flĂŒssige Senfgas auf die Haut auftragen ließ oder sie in der Gaskammer DĂ€mpfen aussetzte.cite-ref-19[19] Otto Bickenbach untersuchte mit Harald RĂŒhl die Wirksamkeit von Hexamethylentetramin (Urotropin) gegen das Giftgas Phosgen. HĂ€ftlinge, die Urotropin erhalten hatten, und eine Kontrollgruppe wurden jeweils in der Gaskammer dem Kampfstoff ausgesetzt.cite-ref-20[20] Eugen Haagen erprobte mit Francois Trensz, Helmuth Ostertag und Helmuth Graefe Fleckfieberimpfstoffe. HĂ€ftlinge wurden dazu geimpft und dann wurden ihnen Erreger von Fleckfieber (Flecktyphus) injiziert.cite-ref-21[21] Eine Typhusepidemie im Lager wurde der Infektion durch einen Transport aus Lublin zugeschrieben, könnte aber eher durch einen sehr nachlĂ€ssig durchgefĂŒhrten Versuch Haagens verursacht worden sein.cite-ref-22[22] Die Ärzte nahmen nicht nur die GefĂ€hrdung von Leben und Gesundheit ihres „Versuchsmaterials“ in Kauf, sondern der Tod der Kontrollpersonen war beabsichtigter Bestandteil mancher Experimente. Menschen, die die Versuche ĂŒberlebten, wurden umgehend in andere Lager geschafft, um die Geheimhaltung zu wahren und Unruhe im Lager zu vermeiden.cite-ref-23[23]

Massenmord fĂŒr eine SchĂ€delsammlung

→

Hauptartikel

:

Straßburger SchĂ€delsammlung

Der ehrgeizige Anthropologe Bruno Beger wollte mit UnterstĂŒtzung der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe anhand an der Ostfront von der Wehrmacht gefangener jĂŒdischen Soldaten und „bolschewistischer Kommisare“ eine SchĂ€delsammlung als Beleg fĂŒr eine vermutete uralte Wanderungsbewegung nordgermanischer Menschen nach Innerasien anlegen lassen. Dazu wĂ€hlte er mit Hans Fleischhacker Anfang Juni 1943 im KZ Auschwitz 89 Frauen und MĂ€nner aus acht europĂ€ischen LĂ€ndern aus, die nach Natzweiler gebracht wurden. Drei dieser Menschen ĂŒberlebten den Transport nicht, die ĂŒbrigen 86 wurden an vier Abenden zwischen dem 11. und dem 19. August 1943 in der Gaskammer ermordet. Die konservierten Körperteile wurden bei der Befreiung des Elsass in der anatomischen Abteilung der ReichsuniversitĂ€t Straßburg vorgefunden und spĂ€ter in einem Grab auf dem JĂŒdischen Friedhof in Strasbourg-Cronenbourg beigesetzt. Jahrzehntelang konnte sich das Narrativ halten, dass der Straßburger Anatomieprofessor Hirt, der nach dem Krieg Suizid begangen hatte, der Initiator des Projektes gewesen sei.cite-ref-24[24]

Der Historiker und Journalist Hans-Joachim Lang hat die Namen und die Herkunft der 86 Mordopfer ermittelt.cite-ref-25[25] Außerdem entstand ein Dokumentarfilm.cite-ref-26[26]

Evakuierung und Verlegung der Kommandantur

Angesichts der in Frankreich anrĂŒckenden Kriegsfront fiel im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt die Entscheidung, das KZ Natzweiler zu rĂ€umen. Am 1. September wurde der RĂ€umungsbefehl an den Lagerkommandanten Friedrich Hartjenstein telegrafisch ĂŒbermittelt. Bereits am 2. bis 4. September 1944 wurden insgesamt 5518 KZ-HĂ€ftlinge aus dem Stammlager ins KZ Dachau abtransportiert. Am 5. September folgten ihnen 14 MĂ€nner des SS-Personals, wobei auch Material wie Decken und Kleidung nach Dachau mitgenommen wurde. Die mehr als 400 verbliebenen HĂ€ftlinge kamen in die Baracken am Steinbruch, um Platz fĂŒr 3000 französische MilizionĂ€re zu machen, die bei ihrem RĂŒckzug Richtung Deutschland Mitte September das Lager belegten. Am 19. September wurden nochmals 401 HĂ€ftlinge nach Dachau geschickt, am 20. September folgte der Transport von 8 HĂ€ftlingen des Krankenrevierpersonals nach Neckarelz. Das KZ Dachau ĂŒbernahm vorĂŒbergehend verschiedene Verwaltungsaufgaben fĂŒr das in Auflösung begriffene KZ Natzweiler.cite-ref-27[27] Zur gleichen Zeit waren kurze Zeit etwa 3000 Mann der Milice française aus Nancy kommend vorĂŒbergehend im Lager.cite-ref-28[28]

Die Entscheidung, die Verwaltung der Außenlager in die NĂ€he von Neckarelz (heute ein Ortsteil von Mosbach) zu verlegen, wo sich mehrere Außenlager befanden, fiel anscheinend im Oktober 1944: Die Kommandantur legte mit Befehl vom 17. Oktober Neckarelz als kĂŒnftige Poststelle fĂŒr die Post der bisher in Natzweiler verwalteten HĂ€ftlinge fest. Ende Oktober oder Anfang November wurde die Kleiderkammer in einem Speicher des Schlosses in dem Dorf Binau untergebracht, das fĂŒnf Kilometer nordwestlich von Neckarelz am Neckar liegt.cite-ref-huth-verlagerung-s-2-29-0[29]

Am 22. November fuhren schließlich etwa 20 SS-MĂ€nner und 10 HĂ€ftlinge von Natzweiler nach Neckarelz (heute Mosbach-Neckarelz). Damit war die RĂ€umung des Stammlagers abgeschlossen. Ab Ende November residierte der Hauptstab der Kommandantur (unter anderem SchreibkrĂ€fte und Telefonisten, insgesamt 15 bis 20 Mann) in einem Gasthof im Dorf Guttenbach am Neckar, etwa sechs Kilometer nördlich von Neckarelz. Der Verwaltungsstab kam mit etwa 15 Personen in einem Schulhaus im Dorf Binau im Raum um Mosbach unter.cite-ref-huth-verlagerung-s-2-29-1[29] Die SS-Fahrbereitschaft mit 12 Kraftfahrern stand ab Dezember 1944 in dem Dorf Neunkirchen zur VerfĂŒgung,cite-ref-30[30] das von Guttenbach und Binau jeweils vier Kilometer entfernt liegt. Die SS versuchte dort unter dem Kommandanten Hartjenstein, die Verwaltung fĂŒr den Komplex der Außenlager in Guttenbach und Binau neu aufzubauen. Der Name „Konzentrationslager Natzweiler“ wurde beibehalten.

Die „Gesamtkommandantur Natzweiler“ zog von Anfang MĂ€rz 1945 an von Mosbach weiter nach Stuttgart und schließlich nach DĂŒrmentingen (bei Ulm).cite-ref-31[31]

‱ Siehe dazu unter: KZ-GedenkstĂ€tte Mosbach-Neckarelz (zum Lagerkomplex)

Nach der Evakuierung/Befreiung

Als die US-amerikanischen Truppen am 25. November 1944 Natzweiler erreichten, fanden sie das Lager leer vor. Damit wurde erstmals ein KZ in Westeuropa entdeckt.cite-ref-www-struthof-fr-das-kz-natzweiler-9-1[9] Der Kriegsberichterstatter Yuri Galitzine der Political Warfare Executive verfasste im Dezember 1944 den Investigation Report on the Life in a German Extermination Camp (KZ Natzweiler) and the Atrocities committed there. 1941–1944. Diesen Bericht mit grauenvollen Details, den Namen von zweiundzwanzig TatverdĂ€chtigen und achtzehn Zeugenangaben sandte er an das SHAEF-Hauptquartier in Paris in Erwartung einer groß angelegten Pressekonferenz fĂŒr die Weltöffentlichkeit. Stattdessen blieb der Bericht unter Verschluss, weil befĂŒrchtet wurde, er könnte den Durchhaltewillen der TĂ€ter anstacheln. Galitzine wurde zur Verschwiegenheit verpflichtet.cite-ref-32[32] Er engagierte sich nach dem Krieg im Kriegsministerium bei der AufklĂ€rung von Kriegsverbrechen und förderte auf illegalem Weg die AufklĂ€rungsarbeit des SAS War Crime Investigation Team, das u. a. dem Schicksal von ermordeten Kommandosoldaten des SAS und WiderstandsverdĂ€chtigten NN-HĂ€ftlingen der Operation Loyton sowie der in Natzweiler verschwundenen SOE-Funkerinnen nachging.

Das Lager diente dann bereits ab Dezember 1944 bis 1948 als GefĂ€ngnis fĂŒr Kriegsgefangene und Kollaborateure. Etwa 2500 deutsche Zivilpersonen – MĂ€nner, Frauen und Kinder – waren dort inhaftiert. Das Lager unterstand zunĂ€chst dem Innenministerium, dann dem Justizministerium.cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]

System der Außenlager

Die Außenlager wurden im lokalen Sprachgebrauch am jeweiligen Standort Konzentrationslager genannt. Das waren sie, wenn man die schlechten Überlebensbedingungen fĂŒr die HĂ€ftlinge oder das Unrechtssystem betrachtet, das Insassen auch dort erlitten. Formell waren sie fĂŒr SS, Polizei und lokale staatliche Behörden aber Einrichtungen des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes (WVHA) in Berlin, das sich außerhalb der regionalen oder militĂ€rischen Befehlskette befand. Lagerbezeichnungen konnten auch die Worte Außenkommando oder Nebenlager enthalten.

Nutznießer der Außenlager waren in unterschiedlichem Ausmaß staatliche, oft militĂ€rische Einrichtungen, aber auch kriegswichtige Industriebetriebe bis hin zu Kleinunternehmen oder Bauernhöfen, die ArbeitskrĂ€fte gegen einen minimalen Lohn zugewiesen bekommen konnten. In vielen FĂ€llen war die Anforderung solcher das Startsignal zur Eröffnung eines weiteren Nebenlagers.

Situation ab September 1944

Ab September 1944 wurden das Stammlager und mindestens zwölf linksrheinische Außenlager gerĂ€umt, zumeist im September oder Oktober, spĂ€testens im November 1944.cite-ref-natzweiler-eu-liste-1-2[1] Die etwa 6000 HĂ€ftlinge aus dem Stammlager wurden ins KZ Dachau verlegt. Die etwa 6500 HĂ€ftlinge aus den linksrheinischen Außenlagern wurden auf verschiedene rechtsrheinische KZ verteilt (KZ Dachau, KZ Buchenwald und diverse Natzweiler-Außenlager).cite-ref-35[35] Der gesamte „KZ-Komplex Natzweiler“ wurde damit auf die rechtsrheinische Seite verschoben. Nach dem RĂ€umungsbefehl entstanden neue Außenlager nur noch östlich des Rheins. Im Zeitraum September 1944 bis MĂ€rz 1945 wurden noch mehr als 20 neue Außenlager im heutigen Deutschland eröffnet.cite-ref-natzweiler-eu-liste-1-3[1]cite-ref-36[36]

Ab Ende November 1944 befanden sich die Kommandantur und die Verwaltung des gesamten KZ-Komplexes in zwei Dörfern in der NĂ€he von Neckarelz: in Guttenbach und in Binau.cite-ref-huth-verlagerung-s-2-29-2[29] Weit vom ehemaligen Stammlager entfernt existierte das „KZ Natzweiler“ in dieser Form weiter – als Verwaltungszentrale zahlreicher Außenlager.

Besonders gegen Kriegsende kam es zu einem vielfĂ€ltigen Austausch von Gefangenen der verschiedenen Lager. Im Rahmen der Luftschutzmaßnahmen kriegswichtiger Industrie (U-Verlagerung) lag die Steuerung dafĂŒr allerdings eher bei Dienststellen des Reichssicherheitshauptamtes und des RĂŒstungsministeriums. Hinter dem Tarnbegriff Evakuierung („Evakuierungsmarsch“) verstecken sich Versuche der SS, HĂ€ftlinge dem Zugriff der alliierten Truppen durch Abtransport oder GewaltmĂ€rsche (Todesmarsch) zu entziehen. Zum Teil kam es unterwegs zu Massenexekutionen von nicht mehr gehfĂ€higen Gefangenen.

Zahl der HĂ€ftlinge

Etwa 52.000cite-ref-memoire-13-1[13] MĂ€nner aus Europa sowie den nahe gelegenen GefĂ€ngnissen in Épinal, Nancy und Belfort wurde nach Natzweiler sowie in die angeschlossenen Außenlager eingeliefert. Die meisten Deportierten kamen aus dem besetzten Polen (13.800), der UdSSR (7600), Frankreich (6800) und Norwegen, meist aus politischen (60 Prozent) und rassistischen (11 Prozent) GrĂŒnden. Etwa 3000 im Januar 1945 eingelieferte Gefangene wurden nicht mehr von der SS-Verwaltung registriert. Bis Kriegsende zur Zwangsarbeit genötigt, bleibt ihr genaues Schicksal bis heute ungeklĂ€rt.cite-ref-37[37]

Zahl der Todesopfer

Im gesamten Lagerkomplex inklusive der Außenlager starben etwa 17.000 Personencite-ref-www-struthof-fr-das-kz-natzweiler-9-2[9] infolge von EntkrĂ€ftung, KĂ€lte, MangelernĂ€hrung und lagerbedingten Krankheiten oder wurden ermordet.

Anzahl der Toten im KZ-Komplex Natzweiler nach ZeitrÀumen:cite-ref-38[38]

| Von | Bis | Tote |
|---|---|---|
| Mai 1941 | MĂ€rz 1942 | 61 |
| April 1942 | Mai 1943 | 750 |
| Juni 1943 | MĂ€rz 1944 | 700 |
| April 1944 | September 1944 | 2.000 |
| Oktober 1944 | April 1945 | 14.000 |

Die Todesrate war hoch, schÀtzungsweise 40 % der Gefangenen starben. Von diesen starben 80 % binnen weniger als sechs Monaten in der Gefangenschaft. Im Jahr 1941 kamen sogar 87 % der Gefangenen binnen weniger als sechs Monaten um.cite-ref-memoire-13-2[13]

Vergleich mit den Todesraten in anderen Konzentrationslagern (SchÀtzungen):cite-ref-39[39]

| Lager | Todesrate |
|---|---|
| 60 % | |
| KZ Mauthausen | ĂŒber 50 % |
| KZ Neuengamme | ĂŒber 50 % |
| KZ Bergen-Belsen | ? |
| KZ Natzweiler-Struthof mit Außenlagern | 40 % |
| KZ Buchenwald | 20–25 % |
| KZ Sachsenhausen | 20–25 % |
| KZ RavensbrĂŒck | 18–20 % |

Außenlager (Auswahl)

→

Hauptartikel

:

Liste der Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof

Außenlager des „Unternehmens WĂŒste“

In Außenstellen des KZ Natzweiler-Struthof sollte von 1944 an zwischen Hechingen und Rottweil im Vorland der SchwĂ€bischen Alb im dortigen „Schwarzen Jura“ Ölschiefer, im Tagebau gebrochen, in Meiler geschichtet und verschwelt werden, um das Material so in Treibstoff umzuwandeln. Dieses „Unternehmen WĂŒste“ wurde initiiert, als das Reich kriegsbedingt gegen Ende gravierenden Mangel an Treibstoffen hatte. Letztlich waren sieben Außenlager beteiligt:


Die Produktion sollte in zehn Werken stattfinden, von denen aber nur vier in Betrieb gingen. Der Wirkungsgrad des Verfahrens war gering; im KZ Bisingen schĂŒttete der Lagerkommandant ab und zu Öl hinzu, wohl um seinen Posten zu behalten.

FĂŒr das Unternehmen „WĂŒste“ stellte die SS insgesamt ĂŒber 10.000 meist jĂŒdische HĂ€ftlinge zur VerfĂŒgung, die als ArbeitskrĂ€fte in den Ölschieferwerken ausgebeutet wurden, von denen mindestens 3480 starben. Einige MassengrĂ€ber dieser KZs wurden unter der französischen Besatzung von ermittelten NSDAP-Mitgliedern exhumiert. In Bisingen erinnern Kreuze am Massengrab, ein Gedenkstein, ein Museum und ein Lehrpfad an die Geschehnisse, in Schömberg ein KZ-Friedhof sowie die GedenkstĂ€tte Eckerwald.

Bruttig

→

Hauptartikel

:

KZ Bruttig-Treis

Ein unvollendeter Eisenbahntunnel zwischen den Ortschaften Bruttig und Treis bei Cochem an der Mosel sollte 1944 zu einer Fabrikhalle ausgebaut werden. Deren Fertigstellung gehörte zu den ehrgeizigsten Vorhaben des SS-Generals Hans Kammler, den die ReichsfĂŒhrung mit dem „Sofortprogramm fĂŒr bombensichere Unterbringung der Flugzeugindustrie“ beauftragt hatte. Der Tunnel bot eine NutzflĂ€che von insgesamt 21.000 Quadratmetern. FĂŒr den Ausbau der 2565 Meter langen zweigleisigen Tunnelröhre veranschlagte Kammler als Mengen von Baustoffen: 550 Tonnen Baueisen, 275 Tonnen Maschineneisen, 145 Festmeter Rundholz, 610 Kubikmeter Schnittholz, 1500 Tonnen Zement und 200.000 Ziegelsteine. Das Gesamtbauvolumen betrug dreieinhalb Millionen Reichsmark. Die DurchfĂŒhrung der Bauplanung sowie die Bauleitung wurde dem ArchitekturbĂŒro Heese in Berlin und dort federfĂŒhrend einem Herrn Remagen ĂŒbertragen. Die ausfĂŒhrende Baufirma war die Firma Fix aus Dernau. Der Tunnel wurde der Firma Bosch in Stuttgart zur Fertigung von Zubehör fĂŒr Flugzeugmotoren zur VerfĂŒgung gestellt. Bereits im April 1944 zogen die ersten Bosch-Arbeiter in den Tunnel ein und begannen mit der Produktion von ZĂŒndkerzen.

Die Gesamtleitung des Projektes „A7“ oblag dem SS-FĂŒhrungsstab, dessen BĂŒro sich in einem Hotel der Stadt Cochem befand. Chef war der SS-HauptsturmfĂŒhrer Gerrit Oldeboershuis, genannt Oldenburg, sein Stellvertreter SS-UntersturmfĂŒhrer Karl-Heinz Burckhardt. Insgesamt gehörten dem FĂŒhrungsstab 18 Personen an: Zivilangestellte, Luftwaffeningenieure sowie technische Offiziere und Mannschaften der Waffen-SS. Ein Problem stellte zunĂ€chst der Mangel an ArbeitskrĂ€ften dar, die dieses Großprojekt realisieren sollten. Doch die SS bot sich bereitwillig an, genĂŒgend ArbeitskrĂ€fte zu „liefern“. Die KZs boten hier eine scheinbar unerschöpfliche Quelle fĂŒr „Menschenmaterial“.

Menschen aus fast ganz Europa wurden als KZ-HĂ€ftlinge an die Mosel verschleppt und zur Zwangsarbeit herangezogen: Franzosen, Belgier, Luxemburger, HollĂ€nder, Norweger, Polen, Ukrainer, Russen, Griechen, Italiener, Spanier und einige Reichsdeutsche. Die meisten waren politische HĂ€ftlinge oder Kriegsgefangene. Viele trugen die Bezeichnung „AZA“, was verharmlosend fĂŒr „AuslĂ€ndische Zivilarbeiter“ stand. Einige, besonders Deutsche, waren als „Kriminelle“ eingestuft. Alle wurden nur zu einem Zweck hierher gebracht: „Vernichtung durch Arbeit“. Zu ihrer Bewachung wurde ein Kommando von Angehörigen der Luftwaffe nach Cochem beordert. Die Gefangenen mussten bei schwersten Bedingungen den Ausbau des Tunnels vorantreiben. In der Zeit von der Errichtung des Lagers, Anfang MĂ€rz bis zu seiner „Evakuierung“ am 15. September 1944 verloren viele hundert HĂ€ftlinge ihr Leben durch Erschöpfung, UnterernĂ€hrung, Folter und Exekution.

Bei der Auswahl von Gefangenen unterlief der SS im KZ Natzweiler-Struthof ein grĂ¶ĂŸerer Geheimhaltungs-Fehler. Sie hatten „NN-Gefangene“ nach Bruttig geschickt. Solche Gefangene durften nicht in Außenlager geschickt werden. „NN“ als AbkĂŒrzung fĂŒr „Nacht und Nebel“ nach dem Nacht-und-Nebel-Erlass weist darauf hin, dass niemand ĂŒber ihren Verbleib erfahren sollte. Ihr spurloses Verschwinden sollte auch der Abschreckung dienen. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise WiderstandskĂ€mpfer. So wurden diese sofort nach ihrer Ankunft ermordet, oder man setzte sie furchtbaren Schikanen aus. Als der SS in Natzweiler-Struthof ihr Fehler bewusst wurde, war sofort der Befehl ergangen, sĂ€mtliche NN-HĂ€ftlinge in das Stammlager zurĂŒckzuschicken. Dieser Befehl erreichte das Lager Anfang April 1944 und wurde am 8. April ausgefĂŒhrt. Der Transport von abgemagerten, mit Exkrementen beschmutzten, teilweise nackten und zu Skeletten abgemagerten französischen Gefangenen verließ den Bahnhof in Cochem. Von den 150 HĂ€ftlingen ĂŒberlebten 40 den ersten Monat nicht.

Echterdingen

→

Hauptartikel

:

KZ Echterdingen

Auf dem „Fliegerhorst“ Echterdingen wurde ab November 1944 das KZ Echterdingen eingerichtet. UngefĂ€hr 600 jĂŒdische Inhaftierte wurden in einem Areal rund um einen weißen Hangar, eine sogenannte Eskimohalle, eingepfercht, der heute noch auf dem „South Airfield“ der United States Army steht. Sie mussten unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen SchĂ€den auf dem Flughafen ausbessern und in SteinbrĂŒchen der Umgebung (so im „Emerland“ bei Bernhausen) arbeiten. Die ausgemergelten HĂ€ftlinge konnten mitunter nicht mehr aus eigener Kraft zurĂŒck ins Lager: Zwei MithĂ€ftlinge mussten sie mitschleifen, oder sie wurden auf einem zweirĂ€drigen Karren transportiert. Bewacht wurden sie von Soldaten des „Fliegerhorstes“. Im Januar 1945 begann die SS mit der Auflösung des Lagers. ZurĂŒck blieben MassengrĂ€ber, so zum Beispiel in der NĂ€he des WaldstĂŒckes „Ramsklinge“ und auf dem Flughafen – und die weiße Halle.

Frankfurt

→

Hauptartikel

:

KZ-Außenlager Frankfurt am Main

Im Werk I der Adlerwerke in Frankfurt am Main wurde am 22. August 1944 das Konzentrationslager mit dem Decknamen Katzbach eingerichtet. Damit sollte der ArbeitskrĂ€ftebedarf des Werkes zur Fertigung von Fahrgestellen und Motoren fĂŒr SchĂŒtzenpanzer gedeckt werden. Die meisten HĂ€ftlinge waren wĂ€hrend des Warschauer Aufstandes verschleppt und ĂŒber das KZ Dachau nach Frankfurt gebracht worden. Die höchste Belegung waren 1139 HĂ€ftlinge bei einer LagerflĂ€che von 1300 mÂČ. Insgesamt kamen 1600 HĂ€ftlinge in das Lager, von denen 528 in Frankfurt starben. Am 13. MĂ€rz 1945 wurden 500 sterbende, kranke und marschunfĂ€hige HĂ€ftlinge in GĂŒterwaggons gesperrt und mussten dort drei Tage lang ausharren, bevor ihr Abtransport ins KZ Bergen-Belsen begann. Nur acht von ihnen ĂŒberlebten Transport und das KZ Bergen-Belsen. Am 24. MĂ€rz 1945 startete ein Todesmarsch von 400 HĂ€ftlingen ins KZ Buchenwald und teilweise weiter ins KZ Dachau. Nur wenige dieser HĂ€ftlinge ĂŒberlebten.cite-ref-40[40]

Geisenheim

Die Alte Werkshalle (Geisenheim) war ProduktionsstĂ€tte der Maschinenfabrik Johannisberg. Ende 1943 musste ein Teil der Werksanlage fĂŒr den RĂŒstungskonzern Friedrich Krupp AG (Essen) gerĂ€umt werden. Daraus ging die Kriegsgemeinschaft Krupp-Essen und Maschinenfabrik Johannisberg hervor. Um den stetig steigenden RĂŒstungsbedarf trotz kriegsbedingtem Arbeitermangel zu befriedigen, entstand am 26. September 1944 in Geisenheim auf Sonderbefehl des KZ-Kommandanten von Natzweiler-Struthof das Außenlager. Am 12. Dezember 1944 kamen 200 weibliche KZ-Gefangene (ĂŒberwiegend polnische JĂŒdinnen aus dem Ghetto Lodz) hierher. Die HĂ€ftlinge waren im KZ-Auschwitz als „arbeitsfĂ€hig“ selektiert worden. Von dort aus waren sie ĂŒber das KZ Bergen-Belsen nach Geisenheim gebracht worden, hier mussten sie VerschlĂŒsse fĂŒr Flak-GeschĂŒtze herstellen. Das Lager bestand aus drei „Wohnbaracken“, einer Waschbaracke und einer fĂŒr die SS-Aufseherinnen und war zwischen der Bahnlinie RĂŒdesheim-Wiesbaden, der Winkeler Straße und der Tankstelle Reutershan gelegen. Vor Kriegsende am 18. MĂ€rz 1945 erfolgte die RĂ€umung und die Frauen wurden in einem Todesmarsch in das Dachauer KZ-Außenlager MĂŒnchen-Allach verbracht. In Allach fanden Misshandlungen an den Frauen statt.cite-ref-41[41] Es erfolgte zwar die Befreiung der Frauen am 30. April durch die 7. US-Armee, bis Mitte Mai 1945 wurde das Lager aber mit diesen wegen Typhus unter QuarantĂ€ne gestellt.

Geislingen an der Steige

→

Hauptartikel

:

KZ-Außenlager Geislingen

Dieses Außenlager befand sich in Geislingen an der Steige. Die von der Firma angeforderten HĂ€ftlinge arbeiteten fĂŒr die WĂŒrttembergische Metallwarenfabrik (WMF). Eingerichtet wurde es im Februar 1944 als abgetrennter Teil des bereits bestehenden Fremdarbeitslagers in der Heidenheimer Straße mit einer FlĂ€che von 10.000 Quadratmeter. Die 15 vorgesehenen Aufseherinnen wurden im KZ RavensbrĂŒck „ausgebildet“. Das Lager selbst bestand aus fĂŒnf Wohn-, einer Revier- und einer Wirtschaftsbaracke. Die ersten HĂ€ftlinge, etwa 700 jĂŒdische Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren, trafen am 28. Juli 1944 hier ein und mussten nach einer QuarantĂ€ne ab dem 16. August fĂŒr WMF arbeiten. Am 29. November traf ein weiterer Transport mit ca. 130 HĂ€ftlingen, am 28. MĂ€rz 1945 der letzte mit ca. 230 ein. Die WMF zahlte pro HĂ€ftling tĂ€glich vier Reichsmark an das KZ, erhielt im Gegenzug 0,80 Reichsmark fĂŒr Essen und Bekleidung. Die Arbeit war in zwei Schichten eingeteilt; von 6:00 Uhr bis 18:00 Uhr und 18:00 Uhr bis 6:00 Uhr. Der erste LagerfĂŒhrer war SS-OberscharfĂŒhrer Christian Ahrens und wurde von SS-Mann Schopp abgelöst; im Januar 1945 ĂŒbernahm schließlich RenĂ© Roman. Oktober 1944 trafen sechs „politische“ und zehn „asoziale“ (als so klassifizierte) HĂ€ftlinge vom KZ RavensbrĂŒck im Lager ein; diese wurden nach ĂŒblicher KZ-Praxis als Kapos bzw. BlockĂ€lteste eingesetzt. WMF produzierte unter anderem Zubehörteile fĂŒr Aggregate von DĂŒsenflugzeugen.

Nach Angaben der WMF-Personalabteilung wurde der Kontakt mit HĂ€ftlingen Ă€ußerst beschrĂ€nkt und „Schutzhaft“ angedroht. Hunger und ÜbermĂŒdung trugen zu schweren ArbeitsunfĂ€llen bei. Die Krankenzahlen waren allgemein hoch. Überlebende HĂ€ftlinge berichteten, dass die Meister und anderen Mitarbeiter des Unternehmens sie korrekt behandelten und ihnen teilweise sogar Lebensmittel und Medikamente zusteckten. Die Versorgung der HĂ€ftlinge mit Lebensmitteln im Lager war sehr mangelhaft, zum Teil auch, da die wenigen fĂŒr die Gefangenen bestimmten Lebensmittel durch die Wachmannschaften unterschlagen wurden. Mindestens zwölf der 1000 ĂŒberwiegend jĂŒdischen Ungarinnen verstarben im KZ-Lager aus nicht mehr genau ermittelbaren GrĂŒnden und wurden vor dem Friedhof verscharrt.

Das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt ordnete mit VerfĂŒgung vom 21. September 1944 an, dass „die Leichen derer, die in den Arbeitskommandos sterben [
], von jetzt an zum nĂ€chstliegenden Krematorium gebracht werden, oder, wenn das wegen der bestehenden Transportschwierigkeiten nicht möglich ist, auf dem örtlichen Friedhof begraben werden, wenn möglich an einer abgelegenen Stelle, z. B. dort wo man die russischen Kriegsgefangenen oder die Selbstmörder begrĂ€bt. Die Leichen sind so zu bekleiden, daß man sie nicht als HĂ€ftlinge erkennen kann. Die Beerdigung wird von den Gefangenen selbst vorgenommen.“

WMF sah sich gezwungen, die Lebensmittelrationen um eine Zulage von KĂ€se und in den Nachtschichten um 1,5 Liter Suppe zu erweitern. Kranke oder schwangere Frauen wurden zur Vergasung in das KZ Auschwitz transportiert, nach dessen Auflösung auch nach Bergen-Belsen. Leichter verletzte HĂ€ftlinge wurden im Krankenlager des Lagers versorgt.cite-ref-42[42] Im MĂ€rz 1945 bemĂŒhten sich Aufsichtsrat und Vorstand der WMF um Auflösung des Lagers, bevor die US-Truppen die Gegend erreichten. Ab Ende MĂ€rz 1945 arbeiteten die HĂ€ftlinge nicht mehr fĂŒr die WMF; im April wurden die Insassen Richtung Dachau „evakuiert“. Ihr Ziel erreichten sie allerdings nicht, da der Zug von alliierten Truppen gestoppt wurde. Eine Lagerbaracke ist noch in der Karl-Benz-Straße 13 zu sehen.cite-ref-43[43]

Hailfingen/Tailfingen

→

Hauptartikel

:

KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen

Mit der Anforderung von 600 jĂŒdischen HĂ€ftlingen aus dem KZ Stutthof bei Danzig wurde aus dem Arbeitslager, in dem Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter interniert waren, ein Außenkommando des KZ Natzweiler-Struthof (Elsass). Das KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen existierte von Mitte November 1944 bis Mitte Februar 1945. In diesen drei Monaten kamen nachweislich 186 HĂ€ftlinge ums Leben. Nach der Auflösung des Lagers wurden die als „arbeitsunfĂ€hig“ Eingestuften in das „Krankenlager“ Vaihingen/Enz, die anderen in das KZ-Außenlager Dautmergen deportiert.

Haslach, Außenlager Sportplatz

→

Hauptartikel

:

KZ-Außenlager Haslach

Zwischen September 1944 und Februar 1945 bestand in Haslach im Kinzigtal das Außenlager Sportplatz, in dem bis zu 600 KZ-HĂ€ftlinge gefangen gehalten wurden. Diese, anfĂ€nglich ĂŒberwiegend französische WiderstandskĂ€mpfer, die nach dem „Nacht-und-Nebel-Erlass“ festgehalten wurden, wurden zum Ausbau von Stollen in einem Steinbruch eingesetzt, in die die Produktion von V1- und V2-Teilen durch die Firmen Mannesmann und Messerschmitt verlagert werden sollte. SpĂ€ter sollte in die Stollen das Daimler-Benz-Werk Gaggenau verlegt werden. Der französische Historiker Robert Steegmann nennt Haslach „eines der mörderischsten Außenlager“ des KZ Natzweiler.cite-ref-44[44] In Haslach bestanden mit den Lagern Vulkan und Kinzigdamm zwei weitere Außenlager, die dem Sicherungslager Schirmeck-Vorbruck unterstanden.

Das Lagerpersonal wurde im Februar 1947 in einem der Rastatter Prozesse zur Verantwortung gezogen. In den 1990er Jahren entstand in Haslach die Initiative GedenkstĂ€tte, die die Geschichte der Außenlager erforschte, eine GedenkstĂ€tte einrichtete und Treffen ehemaliger KZ-HĂ€ftlinge und deren Angehörigen organisierte.

Heppenheim

Heppenheim an der Bergstraße war seit 28. Mai 1942 Außenlager. Die erste Schließung des Außenlagers Heppenheim erfolgte am 18. Dezember 1942. Neueröffnung war am 15. Juni 1943, die endgĂŒltige Schließung erfolgte dann am 27. MĂ€rz 1945.

Jedenfalls in der ersten Phase waren die in Heppenheim internierten KZ-HĂ€ftlinge in der Landwirtschaft beschĂ€ftigt. Ferner ĂŒbten sie als Kommando Dachau in Heppenheim TĂ€tigkeiten in der (SS-eigenen) Einrichtung Deutsche Versuchsanstalt fĂŒr ErnĂ€hrung und Verpflegung (DVA) aus, vornehmlich im Pflanzenbau. Aufgaben der DVA waren der Anbau und die Erforschung von GewĂŒrz- und HeilkrĂ€utern, die Versorgung deutscher und auslĂ€ndischer MĂ€rkte mit „deutschen Drogen“, die Herstellung und Mischung neuer Drogen, die Unterhaltung von Laboren, der GrundstĂŒckserwerb sowie der Vertrieb der erstellten Produkte.cite-ref-45[45] Die Plantage Dachau im KZ Dachau (offiziell „KrĂ€utergarten Dachau“ genannt) und die Plantage im Außenlager Heppenheim (Name des Arbeitskommandos: „Dachau“) waren die bekanntesten Projekte.

Die Gefangenen des Außenlagers Heppenheim wurden am 22. MĂ€rz 1945, also unmittelbar vor der Besatzung Heppenheims durch US-Truppen am 27. MĂ€rz 1945, streng bewacht auf einen langen Marsch nach SchwĂ€bisch Hall gebracht und von da aus am 31. MĂ€rz 1945 per Zug ins KZ Dachau weitertransportiert. Etliche der Gefangenen kamen dort ums Leben, bevor der grĂ¶ĂŸte Teil am Tegernsee befreit wurde.

Kochendorf

→

Hauptartikel

:

KZ Kochendorf

Von September 1944 bis MĂ€rz 1945 bestand ein Konzentrationslager in Bad Friedrichshall-Kochendorf als Außenkommando des KZ Natzweiler-Struthof. WĂ€hrend das Lager noch ausgebaut wurde, wurden HĂ€ftlinge als Zwangsarbeiter im Salzbergwerk Bad Friedrichshall eingesetzt. Sie sollten Teile fĂŒr die Flugzeugindustrie fertigen, insbesondere die Heinkel Werke. Mindestens 447 HĂ€ftlinge starben im Lager und auf dem Todesmarsch nach der RĂ€umung des Lagers.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47]

Leonberg

→

Hauptartikel

:

KZ-Außenlager Leonberg

In den Röhren des Engelbergtunnels wurden wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges Flugzeugteile (TragflĂ€chen fĂŒr die Messerschmitt Me 262) zwischen April 1944 und April 1945 von bis zu 3500 HĂ€ftlingen des KZ Leonberg produziert, die im KZ-Außenlager des elsĂ€ssischen KZ Natzweiler-Struthof interniert waren. Am SĂŒdende der inzwischen stillgelegten Röhren befindet sich heute eine KZ-GedenkstĂ€tte. Hier steht eine am 8. Mai 2005 eingeweihte und vom TĂŒbinger KĂŒnstler Johannes Kares entworfene Namenswand.

Mannheim-Sandhofen

Das Lager wurde im September 1944 im Stadtteil Mannheim-Sandhofen eingerichtet. Von Oktober 1944 bis MĂ€rz 1945 war es eine Außenstelle des KZ Natzweiler. Es diente zur Unterbringung von KZ-HĂ€ftlingen, die fĂŒr Daimler-Benz Mannheim als Zwangsarbeiter beschĂ€ftigt wurden. Bei dieser Außenstelle handelte es sich um ein Lager der Endzeit des „Dritten Reichs“ – es war ein Hungerlager. Über 1000 polnische MĂ€nner und Jugendliche, die wĂ€hrend des Warschauer Aufstands im Sommer 1944 aus ihrer Heimatstadt verschleppt worden waren, wurden hier zur Zwangsarbeit untergebracht. Dies geschah mitten in einem Wohngebiet, und zwar in der damaligen Friedrichschule, der heutigen Gustav-Wiederkehr-Schule. Im Daimler-Benz-Werk brauchte man sie, um den LKW Opel Blitz zu produzieren. Nach einem Luftschlag der Alliierten auf die Opel-Anlage in Berlin-Charlottenburg waren die Daimler-FunktionĂ€re angehalten, dringend benötigte MilitĂ€rlastwagen zu produzieren. Jeweils 60 bis 80 Menschen hausten in einem Klassenzimmer der Schule – zusammengepfercht in Stockbetten. Das Erdgeschoss war fĂŒr die KZ-Verwaltung reserviert. Die WaschrĂ€ume, die von den HĂ€ftlingen nicht benutzt werden durften, befanden sich im Keller. Auf den gegenĂŒberliegenden Straßenseiten befanden sich – ohne dass Sichtschutz aufgebaut worden wĂ€re – KauflĂ€den, eine Milchablieferungsstelle und drei GasthĂ€user. Das KZ war fĂŒr die Einwohner unĂŒbersehbar und wurde fĂŒr viele ein Teil ihres Alltags.

Die Mannheimer Daimler-Benz-Werksleitung hatte bei der SS-Zentrale die KZ-HĂ€ftlinge beantragt. Um den 20. September 1944 reisten der Personalchef und der Arbeitseinsatzingenieur ins KZ Dachau, um sich dort HĂ€ftlinge auszusuchen. Hier war kurz zuvor ein Transport mit Polen angekommen, die wĂ€hrend des Warschauer Aufstandes gefangen genommen worden waren. Es waren ĂŒberwiegend zivile Einwohner der Stadt, nur ein kleiner Teil von zehn bis zwanzig Prozent davon waren Untergrundsoldaten gewesen, alle waren aus Polen und fast nur Warschauer. Unter den 3034 MĂ€nnern hatten die Daimler-Manager die erste Wahl. 1060 MĂ€nner kamen am 27. September in Mannheim an. Die angrenzende Turnhalle diente als LagerkĂŒche, der Schulhof war Appellplatz. Die Insassen hatten anfangs 5 Kilometer Distanz zur Arbeit zu Fuß zurĂŒckzulegen, fast alle wurden in zwei Hallen bei der LKW-Produktion eingesetzt, ĂŒberwiegend an MontagebĂ€ndern. Die Lagerleitung meldete insgesamt 23 Tote im gegenĂŒberliegenden GemeindebĂŒro, darunter ein HĂ€ftling, der hingerichtet wurde. Nach Zeugenaussagen waren es einige mehr. Der Abtransport der Kranken und die soziale KohĂ€renz innerhalb der HĂ€ftlinge bedingten, dass hier im Vergleich zu Ă€hnlich großen Außenlagern wenige unmittelbar starben.

Die etwa sechzig SS-Leute kamen aus unterschiedlichen Einheiten, viele waren zur Waffen-SS versetzte Luftwaffensoldaten. Der erste LagerfĂŒhrer Bernhard Waldmann war Hauptmann der Wehrmacht und wurde schon vor Weihnachten 1944 wegversetzt. Sein Nachfolger Heinrich Wicker aus Karlsruhe, ein junger SS-UntersturmfĂŒhrer, wurde spĂ€ter Leiter des „Hessentaler Todesmarsches“ und letzter Lagerkommandant des KZ Dachau. Wicker wurde von HĂ€ftlingen, die ĂŒberlebt haben, als sehr grausam beschrieben. Grausamkeit, das war meist PrĂŒgelstrafe. Ein Strafenregister regelte genau, wie viele SchlĂ€ge es fĂŒr welches Vergehen gab. Es gab aber auch Schlimmeres, einer der HĂ€ftlinge Marian Krainski wurde am 4. Januar 1944 im Schulhof vor Benz-Angestellten, SS-Leuten und Zuschauern, darunter Kinder, wegen angeblicher Sabotage in aller Öffentlichkeit gehĂ€ngt.cite-ref-48[48] Seine eigenen Kameraden wurden dazu gezwungen.

Die Anerkennung und der Versuch, dies auch öffentlich mittels einer Gedenktafel darzustellen, stieß ĂŒber Jahrzehnte hinweg auf massiven Widerstand, da die HĂ€ftlinge ja als Zwangsarbeiter fĂŒr den wichtigsten Arbeitgeber der Stadt, Daimler-Benz, unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten und dies nicht offen zugegeben werden sollte, weder von Teilen der Stadtverwaltung noch von der Firmenleitung von Daimler-Benz selbst. 1978 wurde der Stadtjugendring auf das ehemalige KZ aufmerksam und legte am Volkstrauertag einen Kranz nieder. Durch einen Bericht des Mannheimer Morgen darĂŒber wurde die Öffentlichkeit erstmals wieder informiert. Bei der feierlichen Übergabe 1982 einer Gedenktafel zur Erinnerung an die HĂ€ftlinge der ehemaligen KZ-Außenstelle Sandhofen kam es zu einem Eklat: WĂ€hrend einer Rede von CDU-Stadtrat Heinrich Kirsch stellte dieser die Frage „Was soll das, nach so langer Zeit?“.cite-ref-49[49] Daraufhin verließ der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Bugl mit den Worten „Das ist ein Skandal“ gemeinsam mit einem Großteil der Zuhörer unter Protest die Feier in der Turnhalle der Gustav-Wiederkehr-Schule. Gegen viele Proteste und EinwĂ€nde beschloss der Mannheimer Gemeinderat auf Betreiben des Stadtjugendrings e. V. und des DGB am 6. Oktober 1987 die Einrichtung einer DokumentationsstĂ€tte in den KellerrĂ€umen der Gustav-Wiederkehr-Schule. Die KZ-GedenkstĂ€tte Sandhofen wurde im Jahr 1990 eröffnet. Eine eigene Website informiert ĂŒber das Dokumentationszentrum in der Gustav-Wiederkehr-Schule.cite-ref-50[50] Eine Ausstellung erinnert an die HĂ€ftlinge. Ein GĂŒrtel, eng zusammengerollt, deutet an, wie ausgehungert die HĂ€ftlinge waren. „Die Menschen erzĂ€hlten sich, dass die Essenrationen, die fĂŒr die Arbeiter gedacht waren, von den Aufsehern auf dem Schwarzmarkt vertrieben wurden“, berichtet Hans-Joachim Hirsch vom Stadtarchiv – Institut fĂŒr Stadtgeschichte.cite-ref-51[51]

Mosbach-Neckarelz

→

Hauptartikel

:

KZ Neckarelz

In Mosbach-Neckarelz gab es in der Schlussphase des NS-Regimes zwei Konzentrationslager. Das erste (KZ Neckarelz I) wurde im MĂ€rz 1944 in einer Schule eingerichtet. FĂŒnf Klassenzimmer wurden zu SchlafrĂ€umen, der Schulhof wurde zum Appellplatz eines mit Stacheldraht umzĂ€unten Lagers. Da der Bedarf an ArbeitskrĂ€ften fĂŒr die RĂŒstungsindustrie stark zunahm, wurden bald fĂŒnf weitere Lager als „Unterkommandos“ des ersten KZ errichtet. So entstanden insgesamt sechs spĂ€ter so genannte Neckarlager in der Region Neckarelz – darunter das KZ Neckarelz II am Alten Bahnhof. Insgesamt durchliefen etwa 5000 Gefangene eines oder mehrere Lager des KZ-Komplexes in der Region Mosbach (Nordbaden). Sie wurden nach Bedarf zwischen den Lagern verschoben. Das KZ Neckarelz I war das grĂ¶ĂŸte der sechs Lager.

Die KZ-HĂ€ftlinge sollten in einem Bergwerk bei Obrigheim, das gegenĂŒber von Neckarelz auf der anderen Seite des Neckars liegt, zwei Stollen ausbauen, um die Untertage-Verlagerung eines Flugzeugmotoren-Werks der Daimler-Benz-Motoren GmbH vorzubereiten. Anschließend mussten sie beim Umzug der Maschinen helfen und die Produktion als Hilfsarbeiter unterstĂŒtzen. HĂ€ftlinge aus verschiedenen Konzentrationslagern und mehreren Zwangsarbeiterlagern arbeiteten gleichzeitig an dem Berghang und in den Stollen. Die KZ-HĂ€ftlinge arbeiteten im Zweischichtbetrieb. Ein Teil der KZ-HĂ€ftlinge musste Baracken fĂŒr neue Lager oder fĂŒr die Erweiterung der bestehenden Lager errichten.

Aufgrund der unmenschlichen Bedingungen waren zahlreiche Tote zu beklagen, unter anderem beim teilweisen Einsturz eines der Stollen mit ĂŒber 20 Toten und bei einer Typhus-Epidemie im Herbst 1944.

Am 28. MĂ€rz 1945, als die Ankunft amerikanischer Truppen bevorstand, wurden die 2400 „GehfĂ€higen“, darunter auch HĂ€ftlinge aus den Außenlagern Heppenheim und Bensheim, auf einen „Todesmarsch“ nach SĂŒdosten geschickt. Dieser Marsch endete in SchwĂ€bisch Hall. Von dort aus erfolgte ein gruppenweiser Bahntransport ins KZ Dachau bei MĂŒnchen, wo etwa 2300 ankamen.

Offenburg

Im MĂ€rz und April 1945 waren in der Artilleriekaserne 41 („La Horie“) ĂŒber 600 HĂ€ftlinge des KZ Natzweiler-Struthof einquartiert, die zum EntschĂ€rfen von BlindgĂ€ngern, zur Beseitigung von BombenschĂ€den und zum Reparieren beschĂ€digter Bahngleise eingesetzt wurden. Unmittelbar vor der „Evakuierung“ des Lagers am 12. April 1945 ermordeten SS-Schergen 41 der HĂ€ftlinge auf bestialische Weise, nachdem sie diese als zu schwach fĂŒr den Todesmarsch aussortiert hatten. Die Stadt Offenburg hat zum 70. Jahrestag dieses Massakers eine Gedenkfeier veranstaltet.

SchwÀbisch Hall -Hessental

→

Hauptartikel

:

KZ Hessental

Das Konzentrationslager Hessental in SchwĂ€bisch Hall-Hessental (WĂŒrttemberg) war ein vom Sommer 1944 bis April 1945 bestehendes Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof im Elsass. Das Lager Hessental wurde im Sommer 1944 in einem ehemaligen Barackenlager des Reichsarbeitsdiensts am Bahnhof Hessental eingerichtet. Die erste Belegung mit 600 HĂ€ftlingen erfolgte am 14. Oktober 1944. Nach zwei weiteren Transporten waren bis Dezember dort 800 HĂ€ftlinge untergebracht.

Spaichingen

Von Anfang September 1944 bis 18. April 1945 bestand in Spaichingen im Kreis Tuttlingen ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof. Die Waffenfabrik Mauserwerke aus Oberndorf am Neckar, damals der Familie Quandt gehörend, verlegte unter dem Tarnnamen „Metallwerke Spaichingen“ einen Teil ihrer Produktion dorthin. In verschiedenen FabrikrĂ€umen wurden KZ-HĂ€ftlinge zur Herstellung von Flugzeug-Bordwaffen eingesetzt. Außerdem mussten sie am Rande der Stadt im Gewann „Lehmgrube“ eine Halle bauen; diese wurde bis Kriegsende nicht fertig. Zur Unterbringung der KZ-HĂ€ftlinge reichten die „Metallwerke“ im Sommer 1944 bei der Stadt einen Plan fĂŒr die Errichtung von drei Baracken ein, eine davon zweistöckig. Bei Kriegsende waren zwei fertig und eine im Rohbau. Die KĂŒchen des Lagers befanden sich im Gasthaus „Kreuz“. Durchschnittlich waren 300 bis 400 Menschen im Lager untergebracht.

Laut Überlebenden-Berichten waren die ZustĂ€nde im Außenlager Spaichingen verheerend: SS-Bewacher unter LagerfĂŒhrer Werner Halter und spĂ€ter Helmut Schnabelcite-ref-52[52] und als Kapos eingesetzte Kriminelle misshandelten die HĂ€ftlinge. Die ErnĂ€hrung war völlig unzureichend. Die Lagerleitung und -köche sollen Lebensmittel verschoben haben. Kleidung stand kaum zur VerfĂŒgung, Krankheiten grassierten.

Das Standesamt Spaichingen beurkundete 1944 zwei und 1945 93 im Lager gestorbene oder ermordete HĂ€ftlinge. Als Todesursachen werden HerzlĂ€hmung, Herz- und KreislaufschwĂ€che, Herzschlag, allgemeine KörperschwĂ€che, Tuberkulose, Sepsis, LungenentzĂŒndung, „auf der Flucht erschossen“, „Selbstmord durch ErhĂ€ngen“ genannt. Von den 95 Opfern ist bei 24 das Herkunftsland unbekannt, bei den ĂŒbrigen handelte es sich um 21 Ungarn, 20 Italiener, 15 Jugoslawen, 5 Tschechen, 5 Slowaken, 2 Franzosen und jeweils 1 Schweizer, Österreicher und Russe. Der Spaichinger Arzt Ruffing, der von Ende September 1944 bis Januar 1945 amtlich zehn TodesfĂ€lle feststellen musste, ohne die Leichen gesehen zu haben, schĂ€tzte vor Gericht die Toten in diesem Zeitraum auf etwa 80. Zwischen Januar und April sollen nach Auskunft eines polnischen Lagerarztes 78 Menschen gestorben sein. Folglich ließen mindestens 160 HĂ€ftlinge hier ihr Leben.

Die Rot-Kreuz-Schwester Margarete Deller besorgte fĂŒr die HĂ€ftlinge Schwerarbeiterkarten beim Wirtschaftsamt in Tuttlingen, um deren ErnĂ€hrungslage etwas zu verbessern. Einzelne Spaichinger Einwohner deponierten Lebensmittel entlang des Weges, den die Arbeitssklaven zweimal tĂ€glich durch die Stadt nehmen mussten. Zwei HĂ€ftlinge sollen bei dem Versuch, danach zu greifen, von einem SS-Mann erschossen worden sein. Am 11. Oktober 1944 beschwerte sich die SS beim BĂŒrgermeisteramt ĂŒber den Besitzer des Gasthauses „Kreuz“, weil er HĂ€ftlingen, die in den KĂŒchen arbeiteten, Brot zugesteckt hatte. Das BĂŒrgermeisteramt drohte dem Wirt daraufhin mit Lagerhaft.

Am 16. oder 17. April 1945 wurde das Lager aufgelöst; die rund 400 HĂ€ftlinge wurden auf einen etwa zehntĂ€gigen Marsch in Richtung AllgĂ€u getrieben.cite-ref-53[53] Über die Zahl der Toten auf diesem Marsch gibt es widersprĂŒchliche Aussagen. Ein ehemaliger HĂ€ftling sagte als Zeuge vor dem Gericht in Rastatt, nur etwa die HĂ€lfte der MĂ€nner habe das Ende des Marsches in FĂŒssen erlebt. In Rastatt waren SS-Leute, Wachmannschaften und KommandofĂŒhrer auch des KZ Spaichingen angeklagt wegen Mordes, Beihilfe zum Mord, Diebstahls und Kriegsverbrechens. Laut den Prozessakten wurden von den zunĂ€chst zur Verantwortung gezogenen sieben Angehörigen des KZ-Personals drei zum Tode verurteilt, einer zu lebenslanger Zwangsarbeit, ein anderer zu fĂŒnf Jahren GefĂ€ngnis. Der Direktor der „Metallwerke Spaichingen“, Jakob Hartmann, erhielt 1947 mehrere Jahre GefĂ€ngnis, weil er u. a. fĂŒr die schlechte ErnĂ€hrung der HĂ€ftlinge verantwortlich gemacht wurde.

Nach Kriegsende ließ die französische MilitĂ€rregierung ein Steinkreuz auf einem Massengrab errichten. 1963 wurde in Spaichingen ein KZ-Ehrenmal – eine Stahlplastik des Tuttlinger Bildhauers Roland Martin – errichtet. 1994 wurde zum 50. Jahrestag der Errichtung des Lagers mit einer mehrwöchigen Ausstellung gedacht. Seit 9. November 2005 erinnern drei Bronzeplatten als „Stolpersteine“ im Stadtzentrum an das Außenlager. Das GelĂ€nde des ehemaligen KZ ist das Zentrum des heutigen Spaichingen; dort stehen heute Rathaus, Evangelisches Gemeindehaus, Post, HĂ€user und ein Busbahnhof.

Vaihingen an der Enz

→

Hauptartikel

:

KZ-Außenlager Vaihingen

Das Konzentrationslager Vaihingen wurde im August 1944 in der NĂ€he von Vaihingen an der Enz angelegt, wo bereits ein Zwangsarbeiterlager bestand. Die HĂ€ftlinge sollten in einem stillgelegten Steinbruch der Firma Baresel eine unterirdische Fabrik anlegen in der Teile fĂŒr den DĂŒsenjĂ€ger Messerschmitt Me 262 hergestellt werden sollten. Das Projekt wurde wegen stĂ€ndiger Luftangriffe auf Stuttgart bereits Ende Oktober 1944 eingestellt und die HĂ€ftlinge auf andere Lager verteilt. Ab 1. Dezember 1944 fungierte das Lager offiziell als „SS-Kranken- und Erholungslager“.

Walldorf

→

Hauptartikel

:

KZ-Außenlager Walldorf

Das Frauenlager existierte im Zeitraum vom 23. August bis 24. November 1944. Dieses Konzentrationslager war Teil der sogenannten Endlösung zur Frage der Juden in Ungarn nach der Besetzung des Landes am 19. MĂ€rz 1944 und der nachfolgenden Deportationen. Die etwa 1700 KZ-HĂ€ftlinge mussten Zwangsarbeit am Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main, dem heutigen Flughafen Frankfurt Main, leisten. Diese Arbeiten am Flugplatz waren als „kriegsentscheidend“ eingestuft worden. Etwa 50 Frauen ĂŒberlebten die viermonatige Lagerzeit nicht. Von den restlichen Frauen ĂŒberlebten nur etwa 300 die weitere Deportation in KZs. Erst in den 1970er Jahren wiederentdeckt, wurde das Gedenken an die Verbrechen im Lager durch die Einrichtung eines Gedenkpfades und -tafeln, einer durch eine Überlebende finanzierte Stiftung und durch einen Film thematisiert und der Öffentlichkeit wieder ins Bewusstsein gerĂŒckt. Nach Wiederentdeckung der Lagergeschichte, Bekanntwerden und Herantreten an die Firma ZĂŒblin, auf deren Baustelle die Zwangsarbeiterinnen damals eingesetzt waren, und die zumindest fĂŒr die unmenschliche Verpflegung verantwortlich war, verweigerte sich diese stets einer Wiedergutmachung. EntschĂ€digungszahlungen, ein offizielles Statement der Entschuldigung oder des Bedauerns wurden stets abgelehnt.cite-ref-kz-z-blin-54-0[54]cite-ref-55[55] Seit 1991 in FirmenverbĂŒnden ist ZĂŒblin aber indirekt am EntschĂ€digungsfonds fĂŒr NS-Zwangsarbeiter beteiligt.cite-ref-kz-z-blin-54-1[54]

Wasseralfingen

→

Hauptartikel

:

KZ Wiesendorf

Das KZ Wiesendorf befand sich in heutigen Aalener Ortsteil Wasseralfingen. Im August 2023 wurde eine Stolperschwelle am ehemaligen Eingang des Konzentrationslagers errichtet. Das GelĂ€nde ist heute von einem Wohngebiet ĂŒberbaut.

Strafrechtliche Aufarbeitung

Natzweiler-Prozess in Wuppertal (1946)

→

Hauptartikel

:

Natzweiler-Prozess

Beim Natzweiler-Prozess vor einem britischen MilitĂ€rgericht in Wuppertal vom 29. Mai bis 1. Juni 1946 wurde die die Mordaktion an den vier SOE-Funkerinnen vom 6. Juli 1944 verhandelt. FĂŒnf Angeklagte wurden verurteilt, da es sich um ein Kriegsverbrechen handelte. (Artikel 30 der Haager Landkriegsordnung schreibt Gerichtsverhandlungen fĂŒr SpionageverdĂ€chtige vor.)cite-ref-56[56]

Rastatter Prozesse

→

Hauptartikel

:

Rastatter Prozesse

In vier der Rastatter Prozesse, die im Zeitraum Dezember 1946 bis November 1947 stattfanden, waren Verantwortliche und Personal von kleineren Konzentrationslagern in WĂŒrttemberg angeklagt. Dabei ging es großenteils um Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof (die zum „Unternehmen WĂŒste“ gehörigen KZ sowie KZ-Außenlager Haslach-Vulkan, KZ-Außenlager Vaihingen, KZ Kochendorf, Unterriexingen und KZ Hessental).cite-ref-57[57]

Verurteilung der Lagerkommandanten

Alle Lagerkommandanten des KZ Natzweiler-Struthof wurden verurteilt, jedoch zwei von ihnen (Zill und Kramer) wegen Verbrechen, die sie in anderen KZ begangen hatten.

| Lagerkommandant | Kommandant von – bis | Urteil, Anmerkungen |
|---|---|---|
| Hans HĂŒttig | April 1941 – MĂ€rz 1942 | Hans HĂŒttig wurde am 2. Juli 1954 von einem französischen MilitĂ€rgericht in Metz zu lebenslanger Haft verurteilt. 1956 wurde er aus der Haft entlassen. Er starb im Jahr 1980. |
| Egon Zill | Mai 1942 – September 1942 | Egon Zill wurde im Jahr 1953 verhaftet und wegen Verbrechen im KZ Dachau angeklagt. Am 14. Januar 1955 verurteilte ihn das Landgericht MĂŒnchen II zu lebenslĂ€nglicher Haft wegen „Anstiftung zum Mord im KZ Dachau“. 1961 wurde die Haftzeit nach einem Wiederaufnahmeverfahren auf 15 Jahre reduziert. [ 58 ] Im Jahr 1963 wurde Zill entlassen. Er starb im Jahr 1974. |
| Josef Kramer | Oktober 1942 – April 1944 | Josef Kramer wurde wegen Verbrechen im KZ Bergen-Belsen und im KZ Auschwitz angeklagt. Am 7. November 1945 verurteilte ihn ein britisches MilitĂ€rgericht im Bergen-Belsen-Prozess zum Tod durch den Strang . Das Urteil wurde am 13. Dezember 1945 im Zuchthaus Hameln vollstreckt. |
| Friedrich Hartjenstein | Mai 1944 – Januar 1945 | Friedrich Hartjenstein wurde 1946 von einem britischen MilitĂ€rgericht in Wuppertal zu lebenslĂ€nglicher Haft verurteilt ( siehe oben ). In weiteren Verfahren vor französischen MilitĂ€rgerichten in Rastatt (1947) und Metz (2. Juli 1954) wurde er zum Tod verurteilt. Bei dem Verfahren in Metz wurden auch fĂŒnf frĂŒhere Angehörige der Wachmannschaften (Franz Ehrmanntraut, Albert Fuchs, Robert Nitsch, Herbert Oehler, Wolfgang Seuß) wegen Mordes und Grausamkeit zum Tod verurteilt. [ 59 ] Hartjenstein starb vor der Vollstreckung des Urteils an einem Herzschlag. |
| Heinrich Schwarz | Februar 1945 – April 1945 | Heinrich Schwarz wurde von einem französischen MilitĂ€rgericht wegen seiner in Natzweiler begangenen Taten als Kriegsverbrecher zum Tod verurteilt und 1947 hingerichtet. |

Urteile zu den Medizinverbrechen und zur „SchĂ€delsammlung“

Beim NĂŒrnberger Ärzteprozess wurden im Jahr 1947 Rudolf Brandt und Wolfram Sievers als Verantwortliche des Ahnenerbes wegen Medizinversuchen und der „Straßburger SchĂ€delsammlung“ fĂŒr schuldig befunden und – auch wegen weiterer Straftaten außerhalb der VorgĂ€nge in Natzweiler – zum Tode verurteilt.cite-ref-60[60] Im NĂŒrnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher (1945/46) hatte Sievers als Zeuge die Straßburger SchĂ€delsammlung als ein Museumsprojekt der Straßburger ReichsuniversitĂ€t dargestellt, um seine eigene Verantwortung und die Initiative Begers zu verschleiern.cite-ref-61[61]

Im Jahr 1947 wurde Otto Bickenbach in Frankreich verhaftet und Eugen Haagen, nach seiner Zeugenaussage im NĂŒrnberger Ärzteprozess, nach Frankreich ausgeliefert. Von einem französischen MilitĂ€rtribunal in Metz wurden beide 1952 zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt (spĂ€ter umgewandelt in 20 Jahre Zwangsarbeit). 1955 kamen beide Ärzte im Rahmen einer Amnestie frei.cite-ref-62[62]

Im Zusammenhang mit der „SchĂ€delsammlung“ wurden im Jahr 1970 die Anthropologen Bruno Beger, Hans Fleischhacker und Wolf-Dietrich Wolff, der ehemalige Referent von Wolfram Sievers, vor dem Frankfurter Schwurgericht wegen Beteiligung an der Ermordung der 86 Juden angeklagt. Nur Beger wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, wobei ihm vom Gericht apologetisch eine „schicksalhafte Verstrickung“, „inneres Widerstreben“ und „menschliche Regungen“ gegenĂŒber Lagerinsassen attestiert wurden.cite-ref-63[63]

GedenkstÀtten

In Natzweiler

1949 wurde das Lager dem Kriegsopfer-Ministerium („des Anciens combattants et Victimes de guerre“) unterstellt und in den Folgejahren in eine GedenkstĂ€tte umgewandelt. 1957 bis 1959 folgt die Errichtung des „MĂ©morial de la DĂ©portation“ (nach EntwĂŒrfen von Bertrand Monnet und Lucien Fenaux). Dies wurde 1960 vom StaatsprĂ€sidenten General de Gaulle eingeweiht. 1965 wurde die GedenkstĂ€tte um ein Museum erweitert. Vom 12. auf den 13. Mai 1976 wurde das Museum bei einem Brandanschlag durch eine Gruppe Loups Noirs zerstört, die vermutlich auf die Gefangenschaft der 1100 ElsĂ€sser in dem Lager nach 1945 hinweisen wollte.

2005 wurde anlÀsslich des 60. Jahrestags der Befreiung Frankreichs von Jacques Chirac das EuropÀische Zentrum des deportierten WiderstandskÀmpfers eingeweiht. Es erinnert an die Geschichte der gefangen genommenen und deportierten WiderstandskÀmpfer im Zweiten Weltkrieg.

In Paris

Auf dem CimetiĂšre du PĂšre-Lachaise in Paris wurde im Jahr 2004 – 60 Jahre nach der Evakuierung des KZ Natzweiler – eine GedenkstĂ€tte zur Erinnerung an die Opfer eingeweiht. Die Inschrift auf einer aus Steinblöcken errichteten Mauer benennt das KZ Natzweiler und seine 70 „Kommandos“ (Außenlager). Davor liegt auf dem gepflasterten Steinboden die Figur eines völlig ausgezehrten Menschen, der die Opfer symbolisiert. Die an den FĂŒĂŸen gekreuzten Beine erinnern an Darstellungen des gekreuzigten Christus. Es handelt sich um eine Replik einer Figur, die von dem Bildhauer Georges Halbout du Tanney geschaffen und im Jahr 1973 im KZ Natzweiler eingeweiht wurde. Halbout hatte bereits im Jahr 1945 eine kleine Version dieser Figur geschaffen, nachdem er befreiten HĂ€ftlingen begegnet war.cite-ref-64[64]

GedenkstĂ€tten zu Außenlagern

Auch zu zahlreichen Außenlagern in Deutschland und Frankreich entstanden GedenkstĂ€tten. Im November 2016 wurde der deutsche Verbund der GedenkstĂ€tten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler (VGKN) gegrĂŒndet.cite-ref-65[65]

Das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler und die rund 50 dazugehörigen Außenlager erhielten im MĂ€rz 2018 das EuropĂ€ische Kulturerbe-Siegel.cite-ref-66[66]

Weitere Gedenkorte

Die niederlĂ€ndische KriegsgrĂ€berstiftung (Oorlogsgravenstichting) hat Landsleute, die im KZ Struthof zu Tode gekommen sind, auf die zentrale niederlĂ€ndische GedenkstĂ€tte fĂŒr SĂŒddeutschland, den Waldfriedhof Oberrad in Frankfurt am Main, umgebettet. Auf diesem Ehrenfeld erinnert die Statue Der fallende Mann an sie und ihre Leidensgenossen aus den KZs Dachau und FlossenbĂŒrg.cite-ref-67[67]

Ein Mahnmal auf dem JĂŒdischen Friedhof Cronenbourg in Straßburg erinnert an die 86 Juden, die fĂŒr das Projekt „Straßburger SchĂ€delsammlung“ ermordet wurden. Ihre Namen stehen auf einem großen Steinblock an dem Sammelgrab, in dem sie bestattet wurden.

Literatur

‱ Hans Adamo, Florence HervĂ©: Natzweiler Struthof. Blicke gegen das Vergessen. Regards au-delĂ  de l’oubli. Klartext, Essen 2002, ISBN 3-89861-092-6.
‱ Anita Awosusi, Andreas Pflock, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma (Hrsg.): Sinti und Roma im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Anregungen fĂŒr einen GedenkstĂ€ttenbesuch. Geschichte – Rundgang – Biografien – Informationen. Heidelberg 2006.cite-ref-68[68]
‱ Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. 9 BĂ€nde. C. H. Beck, MĂŒnchen 2005–2009. Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof (2007), ISBN 978-3-406-52966-5, S. 21–190: Natzweiler und die Außenlager.
‱ Bernhard Brunner, Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Baden-WĂŒrttemberg/Referat GedenkstĂ€ttenarbeit (Hrsg.): Auf dem Weg zu einer Geschichte des Konzentrationslagers Natzweiler. Forschungsstand – Quellen – Methode. Stuttgart 2000.
‱ Florence HervĂ© (Hrsg.): Natzweiler-Struthof – ein deutsches KZ in Frankreich. Un camp nazi en France. Mit Fotos von Martin Graf. PapyRossa, Köln 2015, ISBN 978-3-89438-597-2.
‱ Albert Hornung: Le Struthof (Camp de la Mort). Vorworte von Yves Bouchard und RenĂ© Stouvenel. Éditions de la Nouvelle Revue Critique, Paris 1945 (französisch).cite-ref-69[69]
‱ Wolfgang Kirstein: Das Konzentrationslager als Institution totalen Terrors. Das Beispiel des KL Natzweiler. (= Freiburger Arbeiten zur Soziologie der Diktatur. 2) Centaurus-Verl.-Ges., Pfaffenweiler 1992, ISBN 3-89085-649-7
‱ François Kozlik: Der Berg des Grauens. Streiflichter aus dem Lager Struthof. Mit Bilder-Anhang. SEDAL Service de Diffusion (Hrsg.), Strasbourg 1945. [Vermutlich die erste Arbeit in deutscher Sprache ĂŒber das Konzentrationslager nach der Befreiung.]
‱ Robert Steegmann: Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof und seine Außenkommandos an Rhein und Neckar 1941–1945. Metropol, Berlin 2010, ISBN 978-3-940938-58-9. (Französisch: Le Camp de Natzweiler-Struthof. Paris 2009.)
‱ JĂŒrgen Ziegler: Mitten unter uns. Natzweiler-Struthof: Spuren eines Konzentrationslagers. Hamburg 1986, ISBN 3-87975-352-0.

Literatur zu Außenlagern

BezĂŒglich jener Außenlager, zu denen ein eigener Artikel vorhanden ist, wird auf die Literatur in diesen Hauptartikeln verwiesen.

Weitere Literatur zu Außenlagern:

‱ Ulrich Haller: Zwangsarbeit und RĂŒstungsproduktion in Geislingen an der Steige 1939–1945. Zeitschrift fĂŒr wĂŒrttembergische Landesgeschichte (ZWLG), 57. 1998, S. 305–368.
‱ Jochen Kastilan: Das Konzentrationslager in Spaichingen. In: Spaichinger Stadtchronik. Jan Thorbecke, Sigmaringen 1990.
‱ Manfred Kersten: Gerichtsprotokolle. („Nichtamtliche Übersetzung aus dem Französischen, z. T. inhaltsmĂ€ĂŸig und auszugsweise“) vom 9. Dezember 1946 bis Januar 1947. Im Kreisarchiv Tuttlingen.

Erfahrungsberichte

‱ Metty Barbel: Student in Hinzert und Natzweiler, ErlebnisaufsĂ€tze von KZ Nr. 2915 alias 2188. Luxembourg 1992.
‱ Fritz Lettow: Arzt in den Höllen – Erinnerungen an vier Konzentrationslager. edition ost, Berlin 1997, ISBN 3-929161-92-3.
‱ Boris Pahor: Nekropolis. Aus dem Slowenischen von Mirella Urdih-MerkĂș. Berlin Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-8270-0408-X.

Weblinks

Commons

: KZ Natzweiler-Struthof

– Sammlung von Bildern

‱ Literatur von und ĂŒber KZ Natzweiler-Struthof im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Ehemaliges Konzentrationslager Natzweiler struthof.fr, EuropĂ€isches Zentrum des deportierten WiderstandskĂ€mpfers
‱ Portal der GedenkstĂ€tten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler natzweiler.eu
‱ Detlef BĂ€hr: Konzentrationslager KZ Natzweiler-Struthof zukunft-braucht-erinnerung.de, 22. Januar 2024
‱ KZ-Komplex-Natzweiler: Denkmalfachliche Evaluierung der Außenlager und ArbeitsstĂ€tten in Baden-WĂŒrttemberg beim Landesamt fĂŒr Denkmalpflege Baden-WĂŒrttemberg

Einzelnachweise

cite-note-natzweiler-eu-liste-11. ↑ Übersicht der Außenlager natzweiler.eu, zuletzt aufgerufen am 26. Juni 2024.
cite-note-22. ↑ natzweiler.eu, Website zum KZ-Komplex Natzweiler.
cite-note-44. ↑ Wolfgang Kirstein: Das Konzentrationslager als Institution totalen Terrors. S. 1–3.
cite-note-55. ↑ Natzweiler Komplex. auf Verbund der GedenkstĂ€tten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler, aufgerufen am 10. Februar 2025.
cite-note-66. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler – Stammlager. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 6. C. H. Beck, MĂŒnchen 2007 Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof (2007), ISBN 978-3-406-52966-5, S. 26.
cite-note-77. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler-Struthof. S. 61 u. 63 f.
cite-note-88. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler-Struthof. S. 442 f.
cite-note-www-struthof-fr-das-kz-natzweiler-99. ↑ Das KZ Natzweiler struthof.fr (EuropĂ€isches Zentrum des deportierten WiderstandskĂ€mpfers).
cite-note-1010. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler-Struthof. S. 333 f.
cite-note-1111. ↑ Eugen Kogon: Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager. MĂŒnchen 1974, S. 242 ff.
cite-note-1212. ↑ Wolfgang Kirstein: Das Konzentrationslager als Institution totalen Terrors – Das Beispiel des KL Natzweiler. S. 9–14.
cite-note-memoire-1313. ↑ Dossier Natzweiler. In: MĂ©moire Vivante – Bulletin de la Fondation pour la MĂ©moire de la DĂ©portation (ZDB-ID 2160820-9), Nr. 44, Paris, Dezember 2004 (online), S. 5.
cite-note-1414. ↑ Wolfgang Kirstein: Das Konzentrationslager als Institution totalen Terrors. S. 10.
cite-note-1515. ↑ Wolfgang Kirstein: Das Konzentrationslager als Institution totalen Terrors. S. 12 f.
cite-note-1616. ↑ L’histoire du camp de concentration de Natzweiler en Alsace annexĂ©e. struthof.fr, aufgerufen am 28. Februar 2025. (Steegmann nannte noch mindestens 107, die GedenkstĂ€tte hat mittlerweile eine neue Gedenktafel im Lager angebracht.)
cite-note-1717. ↑ Wolfgang Kirstein: Das Konzentrationslager als Institution totalen Terrors. S. 17 f.
cite-note-1818. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler-Struthof. S. 337 f.
cite-note-1919. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler-Struthof. S. 424 f.
cite-note-2020. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler-Struthof. S. 433 f.
cite-note-2121. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler-Struthof. S. 437.
cite-note-2222. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler-Struthof. S. 406.
cite-note-2323. ↑ Wolfgang Kirstein: Das Konzentrationslager als Institution totalen Terrors. S. 26 f.
cite-note-2424. ↑ Wolfgang Benz: Skrupelloses Morden fĂŒr die SS-Karriere. (Rezension zu Julien Reitzenstein: Das SS-Ahnenerbe und die „Straßburger SchĂ€delsammlung“ – Fritz Bauers letzter Fall.) SĂŒddeutsche Zeitung, 28. Juli 2018, aufgerufen am 9. MĂ€rz 2025.
cite-note-2525. ↑ Hans-Joachim Lang: Die Namen der Nummern. Wie es gelang, die 86 Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren. Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-09464-3. Als Taschenbuch: Fischer, Frankfurt 2007, ISBN 978-3-596-16895-8. Ausgezeichnet mit dem Prix Fondation Auschwitz 2004.
cite-note-2626. ↑ Die Namen der 86 (Le nom des 86). Dokumentarfilm von Emmanuel Heyd und Raphael Toledano. Dora Films, 2014, 63 Min. (französisch, englisch deutsch). Vgl. Website zum Film.
cite-note-2727. ↑ Arno Huth: Die Verlagerung von Kommandantur und Verwaltung des KL Natzweiler: vom Struthof im Elsass nach Guttenbach und Binau an den Neckar, online bei amicale-natzw.lu, S. 1.
cite-note-2828. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler-Struthof. S. 101.
cite-note-huth-verlagerung-s-2-2929. ↑ Arno Huth: Die Verlagerung von Kommandantur und Verwaltung des KL Natzweiler: vom Struthof im Elsass nach Guttenbach und Binau an den Neckar, online bei amicale-natzw.lu, S. 2.
cite-note-3030. ↑ Arno Huth: Die Verlagerung von Kommandantur und Verwaltung des KL Natzweiler: vom Struthof im Elsass nach Guttenbach und Binau an den Neckar, online bei amicale-natzw.lu, S. 3.
cite-note-3131. ↑ Tobias Markowitsch, Katrin Rautnig: Goldfisch und Zebra. Das Konzentrationsaußenlager Neckarelz. KZ-GedenkstĂ€tte Neckarelz e. V., Selbstverlag, Mosbach 2005, ISBN 3-88260-072-1, S. 185.
cite-note-3232. ↑ Damien Lewis: The Nazi Hunters – The Ultra-Secret SAS Unit and the Quest for Hitler‘s War Criminals. Quercus Publishing, 2015, ISBN 978-1-78429-387-1, S. 210–215.
cite-note-3333. ↑ Archives dĂ©partementales du Bas-Rhin – archives administration pĂ©nitentiaires.
cite-note-3434. ↑ Struthof et Schirmeck aprùs les nazis lalsace.fr, 6. Februar 2015.
cite-note-3535. ↑ Das „KL Natzweiler“ zieht an den Neckar: Entwicklung des KL Natzweiler 1941–1944 kz-denk-neckarelz.de
cite-note-3636. ↑ Geschichte des KZ-Komplex Natzweiler natzweiler.eu, siehe die Karte mit wĂ€hlbaren Jahreszahlen. Die Ostverschiebung des KZ-Komplexes wird deutlich, wenn man abwechselnd die Jahreszahlen 1944 und 1945 anklickt.
cite-note-3737. ↑ Badische Zeitung, 8. MĂ€rz 2004.
cite-note-3838. ↑ TodesfĂ€lle im KZ Natzweiler (Memento vom 26. Oktober 2020 im Internet Archive) struthof.fr, abgerufen am 23. Oktober 2020.
cite-note-3939. ↑ Zahlenangaben folgen den jeweiligen Wikipedia-Artikeln.
cite-note-4040. ↑ Initiative gegen das Vergessen: Zwangsarbeit in den Adlerwerken. Abgerufen am 27. November 2014.
cite-note-4141. ↑ Geisenheim, KZ-Außenkommando Geisenheim, Maschinenfabrik Johannisberg GmbH. Topografie des Nationalsozialismus in Hessen. (Stand: 17. August 2022). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
cite-note-4242. ↑ Stadtarchiv Geislingen (Hrsg.): Kleine Dokumentation zur Geschichte der Zwangsarbeit und des KZ-Außenlagers Geislingen an der Steige, 27. Januar 2001 (online).
cite-note-4343. ↑ GedenkstĂ€tten fĂŒr die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band I, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 38.
cite-note-4444. ↑ Robert Steegmann: Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof und seine Außenkommandos an Rhein und Neckar 1941–1945. Metropol und La NuĂ©e Bleue, Berlin und Straßburg 2010, ISBN 978-3-940938-58-9, S. 308.
cite-note-4545. ↑ Daniella Seidl: Zwischen Himmel und Hölle. Das Kommando „Plantage“ des Konzentrationslagers Dachau. Utz, MĂŒnchen 2007, ISBN 3-8316-0729-X, S. 60.
cite-note-4646. ↑ Ein Konzentrationslager in Kochendorf friedrichshall.de
cite-note-4747. ↑ Die RĂŒstungsindustrie im Salzbergwerk friedrichshall.de
cite-note-4848. ↑ Öffentliche Hinrichtung im Schulhof. mannheimer-morgen.de, 29. September 2010.
cite-note-4949. ↑ Mannheimer Morgen, 8. MĂ€rz 1982.
cite-note-5050. ↑ Homepage der KZ-GedenkstĂ€tte Sandhofen.
cite-note-5151. ↑ Erinnerung an NS-Opfer in Sandhofen. mannheimer-morgen.de, 11. Mai 2013.
cite-note-5252. ↑ Andreas Zekorn: „Endlich der Moment der Befreiung“ – Die RĂ€umung des KZ Spaichingen und der Lager des Unternehmens „WĂŒste“ im April 1945. In: Spaichinger Heimatbrief. Heft Nr. 34, Spaichingen 2016, S. 56 f. (PDF)
cite-note-5353. ↑ Details siehe Andreas Zekorn: „Endlich der Moment der Befreiung“ – Die RĂ€umung des KZ Spaichingen und der Lager des Unternehmens „WĂŒste“ im April 1945. In: Stadtverwaltung Tuttlingen (Hrsg.): Tuttlinger HeimatblĂ€tter 2016, S. 21–42.
cite-note-kz-z-blin-5454. ↑ Das ehemalige KZ-Außenlager Walldorf: Die Firma ZĂŒblin und die EntschĂ€digung der Opfer kz-walldorf.de
cite-note-5555. ↑ Zwangsarbeiterinnen bei ZĂŒblin? Klar doch! Verantwortung? Nein Danke! hagalil.com, 14. Dezember 2013.
cite-note-5656. ↑ Auf dem Weg zu einer Geschichte des Konzentrationslagers Natzweiler. Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Baden-WĂŒrttemberg, 2009. S. 35 f.
cite-note-5757. ↑ Pendaries: Les Procùs de Rastatt (1946–1954). 1995, S. 181–209.
cite-note-581. DA-20429/2, Dokumente zum Urteil vom 14. Dezember 1961.
cite-note-592. Archiv der Gegenwart vom 8. Juli 1954.
cite-note-6060. ↑ NMT Case 1 – U.S.A. v. Karl Brandt et al.: The Doctors' Trial. HLS Nuremberg Trial Project, aufgerufen am 11. MĂ€rz 2025.
cite-note-6161. ↑ Julien Reitzenstein: Das SS-Ahnenerbe und die Straßburger SchĂ€delsammlung – Fritz Bauers letzter Fall. Duncker & Humblot, Berlin, 2018, ISBN 978-3-428-15313-8, S. 102 f.
cite-note-6262. ↑ Robert Steegmann: Natzweiler-Struthof. S. 435 u. 439.
cite-note-6363. ↑ Julien Reitzenstein: Das SS-Ahnenerbe und die „Straßburger SchĂ€delsammlung“ – Fritz Bauers letzter Fall. S. 423 f.
cite-note-6464. ↑ Natzweiler Struthof Monument in the Pùre Lachaise Cemetery in Paris, France, 2004, Beschreibung auf der Website Holocaust Memorial Monuments.
cite-note-6565. ↑ KZ-GedenkstĂ€tten grĂŒnden Netzwerk der Erinnerung gedenkstaetten-bw.de, Mitteilung im November 2016.
cite-note-6666. ↑ Ehemaliges KZ Natzweiler erhĂ€lt EuropĂ€isches Kulturerbe-Siegel. baden-wuerttemberg.de, Pressemitteilung vom 11. Dezember 2017.
cite-note-6767. ↑ Nederlands Ereveld Frankfurt oorlogsgravenstichting.nl (niederlĂ€ndisch).
cite-note-6868. ↑ Rezension des Buchs Sinti und Roma im KZ Natzweiler-Struthof auf lernen-aus-der-geschichte.de.
cite-note-6969. ↑ Mit Fotografien aus der Zeit nach der Befreiung. Online hier verfĂŒgbar: erster Link im gelben Kasten (livre_struthof.pdf).